
# Darf man noch fliegen?

*Johannes Siedersleben, Tuntenhausen, Juni 2019*

Deutschland produziert pro Jahr ca. 950 Millionen Tonnen CO<sub>2</sub>, wozu der private Bereich ungefähr
ein Drittel beiträgt. Bei 80 Millionen Einwohnern bedeutet das im Durchschnitt eine Emission von
11,7 Tonnen CO<sub>2</sub> pro Kopf insgesamt und ca. 4 Tonnen, die der Einzelne verursacht und somit 
theoretisch einsparen kann. Bei Vielfliegern und SUV-Fahrern sind die Werte höher, aber trotzdem niedrig
im Vergleich mit einem Kohlekraftwerk: Bei einer Leistung von 1000 MW und angenommenen 1000 g
CO<sub>2</sub>/kWh produziert es fast 9 Millionen Tonnen CO<sub>2</sub> pro Jahr. Seine Stilllegung ist also 
gleichbedeutend mit 2,25 Millionen durchschnittlichen Verbrauchern, die ihren persönlichen 
CO<sub>2</sub>-Ausstoß von 4 Tonnen auf null reduzieren, oder 4,5 Millionen, die ihn halbieren. 
Alle deutschen Kohlekraftwerke zusammen verursachen mehr als 250 Millionen Tonnen CO<sub>2</sub>, 
rund ein Viertel der Gesamtmenge. Das entspricht 62 Millionen Verbrauchern ohne persönlichen 
CO<sub>2</sub>-Ausstoß oder 80 Millionen (das sind wir alle), die ihren persönlichen CO<sub>2</sub>-Ausstoß von 
4 Tonnen um 80% auf 0,8 Tonnen reduzieren.

Daraus ergeben sich mehrere Botschaften. Erstens an die Politiker: Schaltet die Dreckschleudern 
endlich ab, und zwar lange vor 2035, dem geplanten Ausstieg aus dem Strom aus Kohle. 
Ihr sitzt am langen Hebel! Zweitens an die Energie-Veganer: Ihr verdient Respekt, 
Bewunderung und Nachahmung, aber die Welt rettet ihr nicht! Und drittens an alle anderen 
Energieverbraucher: Vermeidet Exzesse und folgt Eurem Gewissen!
